Agile Arbeitsmethoden – Gedanken zu Nutzen und Durchführung

Agile Unternehmen, Design-Thinking, New Working Methods – diese Begriffe und viele mehr werden in der Arbeitswelt immer präsenter. Unternehmen werben bei der Mitarbeitersuche mit flachen Hierarchien und Flexibilität. Ständig tauchen neue Anglizismen auf, die verschiedentlich innovative Herangehensweisen repräsentieren sollen. Aber was steckt hinter dem scheinbaren Umbruch der Arbeitswelt? Und vor allem: Wozu braucht man all die Neuerungen überhaupt?

Seit der Industrialisierung existiert eine konkrete Vorstellung von „Arbeit“. Feste Strukturen, klare Hierarchien und genaue Regelungen sorgen seit Generationen dafür, dass jeder Mensch einen klar zugewiesenen Platz einnimmt. Vor circa hundert Jahren wurde der Achtstundentag eingeführt. Dieser hält sich bekanntlich bis heute.

Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass der Arbeitsmarkt sich verändert. Ein „Wir haben das immer schon so gemacht“ genügt nicht mehr. Diese Einstellung kann sogar auf verschiedensten Ebenen Schaden verursachen. Vor allem aber muss ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, um wirtschaftlich zu sein. Die Ansprüche an „Arbeit“, die Arbeit selbst, sowie die Bedürfnisse des Marktes haben sich verändert. Um existieren zu können, müssen Unternehmen so offen und veränderungswillig sein, wie nie zuvor. Um es mit Carl Josef Neckermanns Worten zu sagen: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Unternehmen sämtlicher Branchen ringen daher um Einbindung von New Working Methods in ihre eigenen Prozessabläufe. Es ist also zuerst einmal durchaus nachvollziehbar, dass Neuerungen sofort aufgegriffen werden. Ein Unternehmen muss marktfähig und wirtschaftlich sein. Punkt.

Aber: Bevor bewährte Strukturen eingerissen und neu zusammengefügt werden, sollte sich jede Führungskraft folgende Fragen stellen:

  1. Wie sinnvoll ist der geplante Umbruch im Kontext meines Unternehmens wirklich?
  2. Welche Neuerungen sind wirklich nützlich und welche gefährden vielleicht sogar meine Leistungsfähigkeit?
  3. Was ist für mein Unternehmen, in meinem speziellen Rahmen, überhaupt durchsetzbar?

Beim Aufräumen eines Trümmerfeldes hilft Ihnen zunächst auch die innovativste Herangehensweise nicht

Machen Sie sich bewusst, dass nicht jede Innovation einen innovativen Einfluss hat. Wer in Übermut alles niederreißt, sitzt zunächst einmal auf einem Trümmerfeld. Beim Aufräumen hilft Ihnen dann auch die neueste, innovativste, agilste Herangehensweise vorerst nicht. Machen Sie sich klar, dass ein Unternehmen ein Soziales System bildet. Dieses System ist zuallererst auf Beständigkeit ausgelegt – nicht auf Veränderung. Um hier progressiv zu intervenieren, schauen Sie wirklich genau hin, welche Veränderung auf welche Art und Weise sinnvoll und machbar ist. Es gibt durchaus Unternehmen, die auf Hierarchien und feste Regelungen angewiesen sind, weil ihre Prozesse sonst funktionieren. Und wieder andere Unternehmen benötigen gerade Design-Thinking-Herangehensweisen, agile Teams, flexible Strukturen, um ihre Ziele zu erreichen.

Kreieren Sie eine Trial-And-Error-Atmosphäre

Es gibt keine Pauschalantwort nach Nutzen und Sinn der New Working Methods. Schauen Sie sich genau an, was wirklich sinnvoll in Ihrem speziellen Kontext ist. Führen Sie die Neuerungen dann transparent und geduldig ein. Ein Unternehmen besteht aus vielen Menschen. Alle sollen die Neuerung mittragen. Diese Menschen stecken teilweise seit Jahrzehnten in ihren Arbeitsgewohnheiten. Manchmal ist es sinnvoller, alte Strukturen zu erhalten. Sollen aber New Working Methods eingeführt werden, müssen alle Beteiligten zuerst einmal verstehen, weshalb Veränderungen notwendig sind. Ihre Mitarbeiter müssen eine Chance bekommen, neue Methoden kennenzulernen, auszuprobieren und selbst zu bewerten. Dafür ist es sehr hilfreich, eine Trial-and-Error-Atmosphäre zu kreieren. Wenn Sie auf das Prozesshafte agiler Methoden umsatteln wollen, etablieren Sie das Potenzial von Scheitern.

Legen Sie also den Fokus nicht mehr auf „perfekte Ergebnisse“, die nach Schema F erreicht werden müssen. Bieten Sie Raum für Fehler als Teil eines Lernprozesses. Wenn Sie New Working Methods als schnellen Umsatz- oder Imagemotor sehen, könnte das böse enden.

Agile Arbeitsmethoden könnten die Zukunft sein

Jedoch ist es wahrscheinlich, dass der aktuelle Wandel mehr als nur ein temporärer Hype ist. Aktuell existieren die tradierten Systeme parallel zu den agilen. Stellen Sie sich darauf ein, dass agile Arbeitsmethoden die Arbeitswelt der Zukunft prägen könnten. Möglicherweise wäre es also nützlich, den Fokus generell mehr auf Prozesshaftigkeit zu richten.

Die aktuellen Umbrüche bieten viel Potenzial. Doch es empfiehlt sich, genau hinzuschauen, was im individuellen Kontext wirklich nützlich ist.



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Autorin: N. Rehfeld
Foto: Pixabay

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2018-11-15T18:13:59+00:008. November 2018|Categories: Kommunikation|