Selbstfahrende Autos, Gesichtserkennung, Warnsysteme und, ach ja, „Alexa, wir brauchen noch Hundefutter!“. Künstliche Intelligenz (KI) ist fest in unseren Alltag integriert und oft sind wir uns gar nicht mehr bewusst, dass wir sie nutzen. Auch im Marketingbereich finden sich etliche Anwendungsbereiche künstlicher Intelligenz. Wir haben einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen geworfen.
Künstliche Intelligenz als Individualisierungsprozess im E-Commerce
Wenn künstliche Intelligenz im Marketing eingesetzt wird, dann geht es in den allermeisten Fällen darum, Daten zu analysieren und daraus Muster abzuleiten, um bestimmte Vorhersagen zu treffen. Machine Learning ist dabei der Schlüssel zum Erfolg: Es lässt das System kontinuierlich intelligenter werden, indem es Erfahrungswerte selbstständig verarbeitet.
Im Online Marketing zielt dieser Prozess auf ein maßgeschneidertes Werbeprogramm für jeden einzelnen User ab. KI versucht hier also, einen Kontext zu verstehen, um dann bessere Werbung zu liefern. “Besser” im Sinne von auf das Individuum abgestimmte, effiziente, Mehrwert stiftende Werbung. Das geht sogar so weit, dass Amazon Produkte in die Lagerzentren in der Umgebung von Kunden schickt, die wahrscheinlich in absehbarer Zeit Bedarf daran haben.
Künstliche Intelligenz findet sich auch in Messenger Bots, die mit echten Kunden chatten und dabei gemeinsam ganze Kaufprozesse durchlaufen. Die intelligenten Algorithmen erfassen die Aussagen des Kunden und antworten blitzschnell mit Produktvorschlägen. Von Restaurants über Schuhe bis hin zu Flügen lässt sich in der Konversation mit Bots fast alles kaufen oder buchen.
Die Vorteile im Customer-Relationship-Management
In Sachen CRM vereinfacht künstliche Intelligenz so manchen Agenturalltag. Im E-Mail Vertrieb etwa ist Predictive Marketing gerade das Buzzword der Stunde. Auf Basis von Wahrscheinlichkeitsrechnungen wird der richtige Zeitpunkt bestimmt, wann ein spezielles Angebot per Mail an welche Art von Kunden gesendet werden soll. KI kann hier sogar beim Texten unterstützen. Sie wertet aus, welche Formulierungen in der Betreffzeile die höchste „Öffnungsquote“ hatten und macht auf dieser Basis Empfehlungen für die aktuelle E-Mail.
Auch der direkte Kundenkontakt wird durch künstliche Intelligenz deutlich vereinfacht. KI sammelt Informationen zu jedem Kunden, führt diese zusammen und bereitet sie für die Live-Kommunikation auf. Dies vereinfacht den Agenturalltag besonders bei sehr großen Klienten-Pools. Man muss sich dank der intelligenten Software nicht mehr jedes Detail zu jedem Klienten einprägen. Auch kann errechnet werden, wann die nächste Kontaktaufnahme angemessen ist.
Für Kundenservice und CRM kann das in einer effizienteren Planung und smartem Ressourcen-Management resultieren. Doch stellt sich uns hier die Frage, inwieweit wir der KI-Hochrechnung mehr vertrauen sollten als unserer eigenen Intuition. Trotz Big Data kann ein Rechner niemals dieselbe Intuition entwickeln wie ein Mensch.
Science Fiction oder berechtigte Angst vor dem Kontrollverlust?
Die Agenturgruppe der WeltN24 GmbH hat kürzlich eine Studie durchgeführt, welche die ambivalente Einstellung der Deutschen zur KI einfängt. Demzufolge haben 41 Prozent der Deutschen Angst, künstliche Intelligenz könnte eine Bedrohung der Menschheit darstellen. 16 Prozent der Befragten machen sich um einen wachsenden Kontrollverlust Sorgen.
Der Begriff stößt auf Misstrauen und generiert Matrix-ähnliche Verschwörungstheorien. Etwa weil Menschen wie der Tesla-Chef Elon Musk via Twitter die Befürchtung verkünden, KI könne einen dritten Weltkrieg auslösen. Und weil einige Hollywood-Blockbuster die Idee überzeichnen und daraus eine dem Menschen überlegene Technologie machen.
Dennoch erhoffen sich etwa 50 Prozent der Studienteilnehmer Unterstützung im Alltag durch künstliche Intelligenz. Ein gutes Drittel nennt vor allem Zeitersparnis als Vorteil solcher Systeme und bindet sie zum Beispiel durch die Nutzung von Sprachassistenten wie Alexa & Co oder Fitness-Apps in den Alltag ein.
Der Mensch muss Mittelpunkt bleiben!
Bezüglich des Marketings brachte die Befragung hervor, dass die Deutschen den Einsatz von KI nicht grundsätzlich ablehnen. Etwa 65 Prozent finden es völlig in Ordnung, wenn Unternehmen via KI mit ihnen Kontakt aufnehmen. Es soll aber gekennzeichnet werden, dass da kein echter Mensch mit ihnen spricht. Transparenz erzeugt Vertrauen und baut Vorurteile ab.
88 Prozent der Befragten verlangen eine Art ethischen Verhaltenskatalog für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Marketing. Die Marketingbranche sollte in Zukunft auf eine Art Code of Cunduct setzen, um solche Regeln festzuschreiben. Etwa, dass durch KI niemand zu Schaden kommen darf, sondern die Services entwickelt werden sollen, um die Kaufentscheidungen zu vereinfachen und das Leben des Konsumenten angenehmer zu machen.
Trotz aller gerechtfertigten Investitionen in künstliche Intelligenz muss die Marketingbranche auch erkennen: Künstliche Intelligenz hat ihre Grenzen. Bislang bleiben Kreativität, Intuition, Bauchgefühl und Empathie Fähigkeiten, die einzig der Mensch in sich vereinigt. KI Algorithmen können bestimmte Marketingmaßnahmen zwar automatisch durchführen, brauchen aber letztlich einen Experten, der eingreifen und steuern kann. Das bedeutet für das Marketing: Gebt dem Kunden das Gefühl, als Individuum gesehen zu werden! Und macht aus KI keinen Supermenschen, sondern zeigt sie als das, was sie ist: Technik.
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Autorin: Karin Mainusch
Foto: Pixabay