In Zeiten von #stayathome feiern das Internet und der E-Commerce-Sektor Hochkonjunktur. In diesem Artikel erfahren Sie, was Social-Selling bedeutet und warum Sie mit Ihrem Business den Schritt ins digitale Zeitalter wagen sollten.

Zur aktuellen Situation

Das Coronavirus hat die Welt vermutlich in eine auf verschiedenen Ebenen geschichtliche Zäsur geschickt. Das öffentliche Leben (besonders betroffen: Sport- und Kulturveranstaltungen) ist durch den Lockdown zum Erliegen gekommen und viele Geschäfte bleiben geschlossen. Doch der Bedarf an Unterhaltung und Konsumgütern bricht nicht auf einmal ab – ohne das Internet hätte die Krise viele noch härter getroffen. Erste Statistiken verdeutlichen diese Entwicklungen anhand einer gesteigerten Internetnutzung um ca. 70 % (Quelle: Forbes). Internet-Giganten wie Amazon verzeichnen jüngst Rekordeinnahmen, der Anbieter vergab allein in den USA 100.000 neue Arbeitsplätze. Besonders kleine Unternehmen haben aber mit dem Lockdown und Umstieg in den E-Commerce-Sektor zu kämpfen, vor allem da die notwendigen Ressourcen, bzw. das Wissen für effektives Social-Selling erst erworben werden müssen.

Was ist Social-Selling?

Das Bild vom dreisten Staubsaugerverkäufer, der seinen ahnungslosen Kunden am Haken hat, ist endgültig Geschichte. Im Zuge der Relevanz-orientierten Bereitstellung von Informationen in Social Media vollzieht sich auch ein Wandel im Mindset von Unternehmen: Vom Produktverkäufer zum Kundenberater. Social-Selling ist nicht gleich Social Media Marketing. Beim Social Media Marketing wird versucht die eigenen Produkte über eine neue Plattform an neue Kundschaft zu bringen – Social-Selling ist mehr als das. Kurzgefasst bezeichnet Social-Selling die Kunst Social Media zu verwenden, um die eigene Marke bekannt zu machen und durch beiderseitig einträgliche Beziehungen im Bewusstsein der Kunden langfristig zu verankern. Damit wird das Image, dass ein Verkäufer mit seinem Produkt verkauft, wieder stärker in den Fokus gerückt.

Mit Social Selling durchstarten

Social Selling ist kein gänzlich neues Phänomen: Verlangt jemand nach einem Taschentuch oder nach einem Tempo? Lippenbalsam oder Labello? Nuss-Nougat-Creme oder Nutella? Viele Marken haben es bereits geschafft, dass ihr Name im Kollektivbewusstsein der Menschen zum Begriff für das Produkt selbst geworden ist. Genau das ist auch Ziel des modernen Social Selling, mit dem Unterschied diesen Effekt über das neue Medium Internet, bzw. Social Media, zu erreichen. Folgend werden daher die wichtigsten Schritte zur optimalen Verwendung von Social Media vorgestellt, damit auch Sie mit Social Selling durchstarten können.

Analyse Ihres Social Media Auftritts

Ein Großteil der Arbeit steckt in der Analyse und Auswertung der Daten, die Sie über Ihre Interessenten durch Tracking-Pixel (wie z.B. das Facebook-Pixel) und Ihre Website-Analytics erhalten:
Welche Themen hatten bisher die größten Interaktionsraten (Stichwort: Click-Through-Rate)? Knüpfen Sie dort an!
Welche Formate haben am besten funktioniert? (Foto oder Video)
Zu welchen Zeiten und an welchen Orten stießen Ihre Anzeigen auf positive Resonanz?
Was sind Ziele Ihrer Kampagne? Bekanntheit, Engagement oder direkte Conversions?
Sind Landing Page und Checkout Seite für mobile Geräte optimiert? Checken Sie die Ladezeiten, bei zu langer Ladezeit verlieren sie Kunden!
Sind Sie mit dem 3-Touchpoint Sales Funnel vertraut? Die Unterteilung in 3 essenzielle Schritte (Awareness, Consideration, Decision) hilft Ihnen die Kampagne zu strukturieren

Planung der Kampagne und Post-Optimierung

Passen Sie Ihre Kampagne stetig Ihren Zielen, den Interessen der Audience und den situativen Gegebenheiten an.
Tipp zur Bild- und Videoauflösung: Quadratische (1:1) Inhalte haben im Feed 78 % mehr Bildschirmfläche als ein rechteckige (16:9).
Achten Sie darauf, dass nicht zu viel Text auf dem Bild ist. Das können Sie mit Facebooks Textüberlagerungs-Tool prüfen.
Optimieren Sie Ihre Videos: Ansprechendes Vorschaubild (Thumbnail), angemessene Dauer, Wichtiges am Anfang. Videos sollten auch ohne Ton funktionieren: Die Verwendung von Untertiteln empfiehlt sich bei komplexeren Inhalten.
Tipp für Smartphone-Posts: In der Regel sind nur die ersten beiden Textzeilen beim Scrollen durch den Feed sichtbar – hier müssen die wichtigsten Informationen hinein!

Testen von Anzeigen-Variationen (Ad Variation Testing)

Mithilfe von Splittests (auch A/B-Tests) sehen Sie welche Anzeigen für welche Zielgruppen am besten funktionieren. Investieren Sie in effiziente Anzeigen!
Video-Variationen: Vorschaubild, Dauer, Musik, …
Bild-Variationen: Anderes Bild, Farbpalette, Schriftart, …
Testen Sie auch, was passiert, Sie Ihre Kampagnenziele neu definieren. Sollten Sie direkt einen Call-to-Action (CTA) tätigen oder erstmal Interesse an Ihrer Marke schaffen? Eine Reflexion Ihrer Kampagne ist nicht nur interessant, sondern auch sehr wichtig für künftige Kampagnen, um an bestehenden Erfolgen anknüpfen zu können!

Fokus auf wertschätzende Kommunikation

Die emotionsgeladene Stimmung der Corona-Krise führt uns einerseits die Abgründe menschlicher Kommunikation, Missverständnisse und Pauschalisierungen vor Augen. Andererseits lässt sich zunehmende Solidarität und das Aufbegehren einer vernunftgeleiteten Kommunikation beobachten. Social Selling setzt genau darauf seinen Fokus – Wertschätzung des Kunden. Es gibt ein altes Sprichwort was die letzten Jahre womöglich etwas in Vergessenheit geraten ist: Der Kunde ist König.

 

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